1. Baden-Württemberg
Über
Superlative reden sie nicht gerne, die Menschen in Baden-Württemberg. Dabei
sammelt ihr Bundesland Rekorde:
Nummer eins unter Europas Hightech- Standorten. Nirgendwo in Deutschland gibt
es mehr Patentanmeldungen. Für Tüftler ist dieser Landstrich berühmt, Gottlieb
Daimler, Carl Benz und Robert Bosch bezeugen das. Heute sichern nicht nur Bosch,
Daimler, Porsche und Boss, sondern auch Mittelständler wie Fischer (Dübel),
Stihl (Sägen) und Würth (Schrauben) den Titel des Export-Weltmeisters. Aber es
wird nicht nur „geschafft“ zwischen Heidelberg und Bodensee: Nirgendwo sonst im
Lande gibt es so viele Sterneköche. Und die Weine sind fast ein Geheimtipp.
2. Bayern
Guten
(Franken-)Wein keltert auch das „Bierland“ Bayern. Oktoberfest, Schloss
Neuschwanstein und Alpenpracht locken mehr ausländische Touristen hierher als
in jedes andere Bundesland. Doch der Slogan
„Laptop und Lederhose“ zeigt: Bayern ist mehr als lebendiges Brauchtum.
Seine Wirtschaft – sie ist stärker als die Schwedens – glänzt mit Weltmarken
wie BMW, Audi, Siemens, MAN und EADS (Airbus). In der Hauptstadt München sind
mehr Verlage zu Hause als in jeder anderen deutschen Stadt. Aber auch außerhalb
der Metropole glänzt Deutschlands größtes Bundesland: Bayreuth meldet zu den
Wagner- Festspielen alljährlich „ausverkauft“. Ähnliches gilt alle zehn Jahre
für Oberammergau und seine Passionsspiele.
3. Berlin
Einmal im
Jahr, zur Berlinale, richtet die Filmwelt ihren Fokus auf Berlin. Aber globales
Interesse sind die Berliner gewohnt. Schließlich sind sie, seit die Hohenzollern
1458 ihre Residenz errichteten, Hauptstädter. Eine Historie, die auch Schatten
hat: die Nazi-Herrschaft und das DDR-Regime, das eine Mauer durch die Stadt
zog. Seit 1990 ist Berlin wieder ungeteilte Hauptstadt mit Weltrang. Die
Museumsinsel, Europas größter Museumskomplex, die Berliner Philharmoniker und
rund 150 Bühnen sorgen für ein einzigartiges Kulturleben. Die „Wissenskapitale“
birgt 20 Universitäten und Hochschulen. Die Wirtschaft glänzt mit Namen wie
Bayer Schering Pharma oder Philip Morris. Und die ITB, die weltgrößte Touristikmesse,
akzentuiert den Slogan: Berlin ist eine Reise wert.
4. Brandenburg
Das
waldreiche Brandenburg umschließt die Hauptstadt Berlin und profitiert von
seinem „Speckgürtel“. Aber das seen- und waldreiche Land hat eigene Trümpfe.
Das Kernland des Königreichs Preußen besitzt mit den Schlössern der Hohenzollern,
insbesondere mit dem UNESCO-Welterbe Sanssouci, Juwelen höfischer Baukunst. Doch
nicht nur deswegen gilt Potsdam, Brandenburgs Hauptstadt, als eine der
schönsten Städte Deutschlands – auch Hugenotten aus den Niederlanden haben mit
ihrenBauten dazu beigetragen. Heute schmücken sich die Brandenburger mit
Hollywood-Produktionen aus der Filmstadt Babelsberg,
mit der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/ Oder und mit mehr als 280
ausländischen Unternehmen, beispielsweise
mit der Deutschlandzentrale von Ebay.
5. Bremen
Mit dem
klassischen Seehandel, insbesondere mit Kaffee, ist die Hansestadt Bremen groß
geworden. Im kleinsten
Bundesland, unterteilt in die Stadt Bremen und das etwa 60 Kilometer entfernte
Bremerhaven, sorgt der Hafen für
jeden dritten Arbeitsplatz. Größter Arbeitgeber ist aber Daimler; Autos spielen
generell eine große Rolle: Hier werden jährlich 1,9 Millionen Fahrzeuge ex-
oder importiert. Auch die Kultur ist vom Handel geprägt: Das
Überseemuseum und das Schifffahrtsmuseum ziehen Besucher aus ganz Deutschland
an. Der Wohlstand der
Kaufleute sorgte überdies für eines der schönsten Städtebau- Ensembles, den
Rathausmarkt mit seinen Barock- und Renaissance-Bauten.
Ein Tribut an die reiche Geschichte, die 888 mit dem Marktrecht begann.
6. Hamburg
Im
Stadtstaat Hamburg sorgt der Hafen für den Herzschlag der Wirtschaft,
wenngleich Airbus, Otto Versand und der
Nivea-Konzern Beiersdorf dies nicht sofort erkennen lassen. Dass aber alle
Ölkonzerne an der Elbe
heimisch sind, ist den Tanker-Terminals zu verdanken. Seeleute und Sehleute
preisen wohl eher das Vergnügungsquartier St. Pauli. Doch den Hanseaten ist
gewiss ihr Rang als Medien- und Wissenschaftszentrum wichtiger. Entsprechend groß
ist die Nachfrage nach Kultur, die befriedigt wird von renommierten Museen wie
der Kunsthalle und von fast 40
Bühnen – einschließlich der Staatsoper mit Ballett- Weltstar John Neumeier.
Nationaler Champion ist Hamburg bei den
Musical-Theatern, die monatlich Tausende von Besuchern in die Stadt locken.
7. Hessen
Wie eine
Weltstadt wirkt in Deutschland eigentlich nur Frankfurt am Main: die höchsten
Häuser, der größte Flughafen und die meisten Banken auf dem europäischen
Festland (die Europäische Zentralbank inbegriffen). Die Superlative lassen sich
fortsetzen, mit dem Bahnhof und dem Autobahnkreuz zum Beispiel – beide sind die
verkehrsreichsten Deutschlands. Dabei hat die Metropole nur 662000 Einwohner
und ist nicht einmal die Hauptstadt von Hessen. Mit diesem Titel schmückt sich
das elegante Wiesbaden. Ansonsten ist Hessen eher unscheinbar, mit dicht
bewaldeten Mittelgebirgen, rieslingselig im Rheingau und überall geschäftig.
Opel in Rüsselsheim und VW bei Kassel sind die Industrie-Riesen, die ESA in
Darmstadt steuert ein gut Teil der
europäischen Weltraum-Aktivitäten.
8. Mecklenburg-Vorpommern
Es muss
nicht gleich das Weltall sein, schon vom Flugzeug her wirkt
Mecklenburg-Vorpommern besonders einladend mit seinen mehr als 2000 Seen, den
vielen Wasserläufen und dem satten Grün dazwischen. Die 350 Kilometer
Ostseeküste mitgezählt ist das Bundesland im Nordosten das größte Wassersportrevier
Mitteleuropas. Kein Wunder, dass der Tourismus die größte Einnahmequelle des Landes
ist. Damit das so bleibt, steht rund ein Fünftel der Landesfläche unter
Naturschutz. Der Schiffsbau an der Küste und die Landwirtschaft sind abseits
der Urlaubszentren der Haupterwerb im dünnstbesiedelten Bundesland. Die beiden ältesten
Universitäten Nordeuropas und eine Vielzahl innovativer Forschungs- und Entwicklungsbetriebe
machen das Land zu einer der dynamischsten Regionen für Hightech, Biotech und
Meditech.
9. Niedersachsen
Den
Schiffsbauern von Papenburg verdankt Niedersachsen seine weltweiten
TV-Auftritte – immer wenn die Meyer-Werft einen neuen Luxusliner durch die
schmale Ems navigiert. Doch die Industrie Nummer eins ist zwischen den Urlaubsinseln
an der Nordseeküste und den Bergen des Harz die Autobranche mit Namen wie
Volkswagen in Wolfsburg und Continental in Hannover. Dort laufen auch alle
Fäden eines der größten Reiseveranstalter der Welt, der TUI, zusammen. Die Landeshauptstadt
findet darüber hinaus zweimal im Jahr globales Interesse, zur Hannover Messe und
zur weltgrößten Messe für
Informationstechnologie, der CeBIT. Aber international ist Hannover schon
lange, schließlich regierten die hannoverschen Herrscher von 1714 bis 1837
zugleich als Könige von England.
10. Nordrhein-Westfalen
Nirgendwo
in Deutschland leben mehr Menschen, entsprechend viele Städte gibt es hier:
Köln mit seinem gotischen Meisterwerk, dem Dom, Bonn, die erste Hauptstadt der
Bundesrepublik, Düsseldorf, die modebewussteLandeshauptstadt, Aachen, unter
Kaiser Karl dem Großen die Hauptstadt Europas, Duisburg mit dem größten Binnenhafen
des Kontinents, die Wirtschaftszentren Krefeld und Bielefeld oder die Ruhrgebietsmetropolen
Essen und Dortmund. An ihnen lässt sich der Wandel des immer noch größten
deutschen Industriereviers ablesen: Kohle und Stahl werden nun flankiert von
Biochemie und Hightech. Doch „NRW“ hat nicht nur das dichteste Forschungsnetz
Europas, es zählt laut UNESCO neben New York und Paris zu den wichtigsten Kulturregionen
der Erde.
11. Rheinland-Pfalz
Ein
wichtiger Posten auf der UNESCO-Liste der Welterbestätten ist das Rheintal
zwischen Bingen und Koblenz, ein Juwel, das größtenteils zu Rheinland- Pfalz
gehört. Weinland-Pfalz wird es auch genannt, dieses Zentrum der Wein- und Sektwirtschaft.
Darüber könnte man vergessen, dass sich dieses Land schon früh der
Spitzentechnologie verschrieben hat – der Chemiegigant BASF ist ein Beispiel. Innovativ
war das Land schon immer, sei es mit dauerhafter Wirkung wie Johannes
Gutenberg, der in der heutigen Landeshauptstadt Mainz den Buchdruck mit
beweglichen Lettern erfand, sei es mit zeitweiliger Wirkung wie das Werk von
Karl Marx aus Trier. Doch wo alle größeren Städte römische Gründungen sind,
werden auch Kultur und Lebensfreude gepflegt. Davon zeugen jährlich mehr als 50
Festivals.
12. Saarland
Saarbrückens
Filmfestival für den deutschsprachigen Nachwuchs hat Karrieren gestartet,
Franka Potente und Til Schweiger belegen es. Eine stolze Bilanz für das Bundesland,
das binnen 200 Jahren achtmal die Nationalität wechselte. Das Grenzland ist
geprägt von Frankreichs Einfluss auf Küche und Lebensstil, dem „Saarvoir vivre“.
Die Kohle spielt im früheren Revier keine Rolle mehr, Stahl und Autobau konkurrieren
nun mit der aufstrebenden Informatik um die Führungsrolle. Der Stahl hinterließ
eine faszinierende Attraktion: die Völklinger Hütte, ein Weltkulturerbe der
UNESCO. Der bekannteste Name dürfte aber der weltweit aktive Porzellankonzern Villeroy
& Boch sein.
13. Sachsen
Meißen
ist zwar eine kleine, aber dank ihres Porzellans neben der Landeshauptstadt
Dresden und der Messemetropole Leipzig wohl die bekannteste Stadt Sachsens. Der
Freistaat gehört zu den dynamischen Wirtschaftsregionen im Osten Deutschlands,
vor allem die ITBranche, der feinmechanische Uhrenbau und der Autobau prägen
den Aufbruch, dessen Symbol die wiedererbaute Frauenkirche im barocken Dresden
ist. Sachsens Kultur setzt heute wie einst ihre größten Akzente in der Musik,
repräsentiert durch Dresdens Semperoper und den fast 800 Jahre alten
Thomanerchor in Leipzig, wo Johann Sebastian Bach als Kantor wirkte. Ist er der
größte aller Sachsen? Mit Richard Wagner hat Bach zumindest einen gewichtigen
Rivalen.
14. Sachsen-Anhalt
Seinem
größten Sohn, Georg Friedrich Händel, richtet Halle alljährlich ein großes
Festival aus. Dennoch muss der Barock-Komponist zurückstehen hinter Martin
Luther. Der Reformator aus Eisleben veränderte die christliche Welt. Die „Lutherstadt“
Wittenberg ist so einer der meistbesuchten Orte in dem an Burgen und Kirchen
reichen Land. Bekannt ist aber auch das Chemiedreieck Halle- Merseburg-Bitterfeld:
Seit der Wiedervereinigung hat Sachsen- Anhalt das meiste ausländische Kapital
angezogen. Heute raffiniert Total in Leuna, Dow Chemical produziert in Schkopau,
der Chemieriese Bayer in Bitterfeld. Naturfreunde zieht es hingegen zu dem 1141
Meter hohen Brocken. Sein Gipfel ist mythenumwoben: In der Walpurgisnacht vor
dem 1. Mai treffen sich dort die Hexen zum Tanz.
15. Schleswig-Holstein
Die
gefürchtetste Mythenfigur ist in Schleswig-Holstein der Blanke Hans, steht er
doch für die zerstörende Kraft der See. Und das nördlichste Bundesland grenzt
gleich an zwei Meere, an Nord- und Ostsee. Entsprechend wichtig sind hier seit
alters Schiffsbau und Fischfang,zwei Drittel der deutschen Fangflotte sind hier
heimisch. Die Haupteinnahmequellen sind heute allerdings der Tourismus und die
Landwirtschaft. Die Nordseeinsel Sylt gilt als mondäne Urlaubsinsel. Die
Landeshauptstadt Kiel und die – durch Thomas Mann unsterblich gewordene – Hansestadt
Lübeck streiten um den Rang der bedeutendsten Städte. Beide sind neben
Puttgarden die wichtigsten Fährhäfen des Landes für die Skandinavienrouten.
Parallel zur Entwicklung in Osteuropa profitiert das Land vom Wirtschaftsraum Ostsee.
16. Thüringen
Die Berge
des Thüringer Waldes liefern die Kulisse für einen der schönsten deutschen
Wanderwege, den 169 Kilometer langen Rennsteig. Er ist ebenso Markenzeichen für
das Land wie seine Rostbratwürste, die historische Wartburg oder die Weimarer
Dichterfürsten Goethe und Schiller. Thüringen hat aber nicht nur eine
kulinarische und literarische Tradition, es war auch stets ein Land der
Forscher. In Jena begründeten Zeiss und Schott die moderne optische Industrie;
Jenoptik ist – neben dem Autobauer Opel und dem Turbinenfertiger Rolls-Royce –
heute wieder eine der wichtigsten Firmen. In der Landeshauptstadt Erfurt
verweist man aber auch gerne auf die florierende Biotechnologie und die Solartechnik,
zumal vier Universitäten eine gute Ausbildung bieten.
sumber : Buch Tatsachen über Deutschland
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